Senkung vom Leitzins sorgt für Unmut bei Sparern

Senkung vom Leitzins sorgt für Unmut bei SparernÜber die Senkung vom Leitzins können sich nur die Krisenländer freuen, nicht aber die deutschen Sparer. Wer gedacht hat, dass die EZB ihr Repertoire an Maßnahmen fast gänzlich ausgeschöpft hat wurde am vergangenen Donnerstag eines Besseren belehrt. Laut Mario Draghi, dem EZB-Chef, ist immer noch Spielraum vorhanden, denn der Leitzins könnte auch auf Null gesenkt werden. Mit 0,25 Prozent wurde der Leitzins auf ein absolutes Rekordtief gesenkt. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf die niedrigen Inflationsraten im Euro-Raum. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise nur um 0,7 Prozent gestiegen. Mit diesem Schritt hat die EZB das ursprüngliche Mandat stabiler Preise erfüllt. Die Entscheidung war aber trotzdem nicht unumstritten, denn von den insgesamt 23 EZB-Ratsmitgliedern soll etwa ein Viertel gegen die Leitzinssenkung gewesen sein.

Reale Verluste bei den meisten Anlageformen

Laut Draghi haben sich die EZB-Ratsmitglieder dafür einstimmig ausgesprochen, dass ein handeln wegen den niedrigen Inflationsraten unabdingbar sei, nur der Zeitpunkt war umstritten. Einige Notenbanker hätten gerne die nächsten Konjunkturdaten abgewartet und die Zinssenkung bis Dezember aufgeschoben. Der Ökonom Kater geht davon aus, dass Senkung vom Leitzins sorgt für Unmut bei Sparern2dies nicht das letzte Kapitel im Niedrigzins-Roman von Mario Draghi war, denn die Signalwirkung dieser Entscheidung ist hoch. Es handelt sich nicht um einen ganz normalen Niedrigzins-Zyklus und die Phase der niedrigen Zinsen könnte seiner Meinung nach sehr langwierig werden. Anleger die auf steigende Zinsen hoffen, könnten sich auf eine lange Wartezeit einrichten. Die Niedrigzins-Suppe müssen in erster Linie die deutschen Sparer auslöffeln, die schon seit längerem um ihr Erspartes fürchten. Sie mussten sich bereits mit niedrigen Zinsen abfinden und jetzt liegen diese bei nahezu Null. Bei der derzeitigen Inflationsrate von 1,6 Prozent werden ihnen bei den meisten Anlageformen nicht die erhofften Erträge, sondern reale Verluste beschert.

Festgeld derzeit keine Alternative zu Tagesgeld

Für Tagesgeld müssen die Sparer schon jahrelang extrem niedrige Zinsen in Kauf nehmen. Nach der aktuellen Zinssenkung hat sich zwar bei den Tagesgeldzinsen noch keine Veränderung gezeigt, aber über kurz oder lang wird der aktuelle Zinsentscheid die Tagesgeldzinsen noch weiter nach unten drücken. Für die nächsten 4 Wochen wird mit einem Zinsabschlag von 0,1 Prozent gerechnet. Bisher gibt es max. 1,5 Prozent Zinsen für Tagesgeld. Dabei handelt es sich aber meistens um Neukunden-Angebote von Banken in Frankreich oder den Niederlanden. Bei deutschen Banken liegen die Zinsen für Tagesgeld größtenteils unter einem Prozent. Für Sparer die tagtäglich über ihr Geld verfügen wollen gibt es keine Alternativen. Im September wurden 905 Mrd. Euro von Privatkunden auf den Tagesgeldkonten von deutschen Banken verwahrt. Ein Jahr zuvor waren es noch etwa 800 Mrd. Euro. Die Sparer sind auf der Suche nach einträglicheren Anlageformen. Festgeld ist auch keine Alternative, denn bei höchstens 2,1 Prozent Zinsen ist es unsinnig sich längerfristig zu binden.

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