Schäuble erwartet Preisblase am Immobilienmarkt

Schäuble erwartet Preisblase am ImmobilienmarktAngesichts der lockeren Geldpolitik der EZB sieht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Deutschland die Gefahr von Preisblasen am Immobilienmarkt. Wie er nach einem Treffen mit dem US-amerikanischen Kollegen Jack Lew sagte sieht er gefährliche und ernst zu nehmende Anzeichen, die in Deutschland eine Folge des niedrigen Zinsniveaus und der sehr niedrigen Inflationsrate sind. Nach Aussage von Jack Lew ist der US-Immobilienmarkt aus der Phase der überhöhten Preise herausgekommen. Inzwischen seien die Preise weitestgehend auf Vorkrisenniveau gesunken. Die US-Regierung würde es begrüßen, wenn sich die Neubauaktivitäten steigern würden. Nach einem schwachen ersten Quartal habe die US-Wirtschaft insgesamt wieder Fahrt aufgenommen. Lew sieht weltweit ein Nachfrageproblem und alles was die globale Nachfrage stärke sei gut. Allerdings müsse dabei die Balance zwischen einer soliden Finanzpolitik und einer nachhaltigen Wachstumsförderung gefunden werden.

Bundesbank-Chef warnte vor einer Blase

Dass der US-Immobilienmarkt solide da steht und dem deutschen Markt eine Blase droht sind Interpretationen die für Kenner des Immobilienmarktes überraschend kommen. Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnte vor wenigen Tagen, dass er in Deutschland und einigen anderen Ländern die Gefahr eine Blase sieht. Die Warnungen der Bundesbank nimmt Schäuble nach eigenen Aussagen sehr ernst. Überraschend ist der Vorstoß von Schäuble deshalb gekommen, weil der Ausschuss für Finanzstabilität erst einen Tag zuvor erklärte, dass für Deutschland keine Anzeichen für eine Immobilienblase zu erkennen sind. Neben den Spitzen des Finanzministeriums gehören zu dem Gremium auch die Finanzaufsicht Bafin. Die Bafin wird vom Bundesfinanzministerium beaufsichtigt.

Stabilitätswächter beobachten den Markt

Eine Spirale aus Preiserhöhungen, steigender Verschuldung sowie Lockerung der Kreditbedingungen sei bisher noch nicht festzustellen teilten die Stabilitätswächter im ersten Bericht an den Bundestag mit. Es wurde aber darauf hingewiesen, dass die Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes weiterhin sorgfältig beobachtet wird.

Bildquelle: © Thorben Wengert / pixelio.de

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