Russlands Wirtschaft schwächelt

Russlands Wirtschaft schwächeltAm Donnerstag haben Anleger erneut Gelder aus den russischen Märkten abgezogen. Ein Grund dafür sind die fallenden Ölpreise. Der Leitindex RTS der Moskauer Börse ist um 2,7 Prozent auf 904 Punkte gefallen und die russische Währung hat ebenfalls nachgegeben. Der Dollar und der Euro haben sich jeweils um nahezu 1 Prozent auf 62,15 und 70,99 Rubel verteuert.

Ölpreise sind wieder auf Talfahrt

Angesichts der immer noch steigenden Ölvorräte haben die Ölpreise ihre Talfahrt wieder aufgenommen. So hat sich das Nordseeöl der Sorte Brent um 2,5 Prozent verbilligt. Wegen der schwachen Nachfrage nach dem wichtigsten Exportguts von Russland ist es um die russische Wirtschaft nicht gut bestellt. Die Lage dort ist unübersichtlich geblieben, nachdem der strategisch wichtige Eisenbahnknotenpunkt Debalzewe von der Ukraine nach tagelangen Kämpfen aufgegeben wurde. Die Staats- und Regierungschefs von Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich wollten, nach Angabe der französischen Regierung, über einen Ausweg aus der Krise telefonisch beraten.

Russische Ölwirtschaft könnte bald zu einem Verlustgeschäft werden

Im Gegensatz zu Russland verkraften die arabischen Förderstattet die fehlenden Einnahmen durch die fallenden Ölpreise besser. So bleiben die Araber bei ihrer lockeren Exportpolitik, verteidigen ihre Marktanteile mit billigem Öl und die ärmeren Ölförderer, wie Russland, haben das Nachsehen. Wladimir Putin ist sehr besorgt und hat an die Ölscheichs appelliert, die ärmeren Ölförderer nicht hängen zu lassen. Es sieht aber nicht so aus, als wollten die Araber dem Russen einen Gefallen tun, denn dafür sind die Interessen zu unterschiedlich. In Saudi-Arabien und den Nachbarländern sind selbst auf neu erschlossenen Ölfeldern die Produktionskosten so niedrig, dass sich auch bei 35 Dollar die Förderung noch lohnen würde. In Russland sieht es anderes aus. Wenn der Ölpreis nicht bald auf mindestens 80 Dollar steigt, könnte die Ölwirtschaft zu einem Verlustgeschäft werden. Die Folge wäre, dass auch die internationalen Investoren wegblieben.

Bildquelle: © Tony Hegewald / pixelio.de

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