Rohstofffonds sind nicht mehr gefragt

Rohstofffonds sind nicht mehr gefragtEine Investition in Energie- und Agrarrohstoffe galt lange Zeit als eine sichere Wette auf die wachsende Weltwirtschaft. Jetzt flüchten die Anleger aus dem Rohstoffmarkt. Allein in diesem Jahr wurden einer Schätzung zufolge rund 17 Mrd. Dollar aus Indexfonds auf Rohstoffe abgezogen. Investoren haben sich im vergangenen Jahr stark aus Goldfonds zurückgezogen. Dieses Jahr haben sich die Investitionen in Rohstoffe seit dem Jahr 2011 mehr als halbiert. Einige Geldhäuser, darunter auch die Deutsche Bank, bestätigten, dass in den vergangenen Monaten das Interesse an Rohstofffonds stark zurückgegangen ist und für diese Anlageklasse die Marktstimmung extrem negativ ist. Grund dafür sind die starken Preisrückgänge bei Rohstoffen und der starke Dollar.

Rohstoffe für Anleger außerhalb Amerikas zu teuer

Rohstoffe werden in amerikanischer Währung gehandelt und verteuern sich somit für Anleger außerhalb Amerikas. Darüber hinaus waren Aktien als Anlageklasse so attraktiv, dass sie Rohstoffen und anderen Investitionsmöglichkeiten den Rang abliefen. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Fondsgesellschaft Hermes zu Beginn des Monats bekannt gab, dass Rohstoffe als Anlageklasse aufgegeben werden. Der auf Rohstoffe spezialisierte Hedgefonds Hall, hat im Oktober die Schließung bekannt gegeben. Für Rohstoffinvestitionen wird das Umfeld immer schwieriger. Die negative Entwicklung der Rohstoffindizes schlägt direkt auf die Indexfonds durch. So hat der Rohstoffindexfonds von DB X-Trackers mit einem Volumen von 676 Mio. Euro allein in diesem Jahr fast 13 Prozent verloren. Der Comstage-Indexfonds der Commerzbank steht noch etwas besser da, denn er investiert nicht in Agrarrohstoffe. Der Fonds liegt seit Beginn des Jahres sogar 3,6 Prozent im Plus, aber auch hier wurden mittlerweile Abflüsse beobachtet.

Banken verabschieden sich aus dem Rohölgeschäft

Viele Banken haben sich aus dem Rohstoffgeschäft verabschiedet. Andere Banken wollen das Geschäft mit dieser Anlageklasse deutlich verkleinern. Fondsmanager Eibl, Gründer der auf Fondsgeschäfte spezialisierten Fondsgesellschaft Tiberius hingegen bleibt weiterhin am Ball. Seiner Meinung nach sind der Kampf um die Margen und die jetzt folgenden Liquidierungen ein Zeichen der Bodenbildung und wer jetzt aufgibt verpasst die ausgezeichneten Chancen in der Zukunft.

Bildquelle: © Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

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