McDonalds will keine Steuern bezahlen

McDonalds will keine Steuern bezahlenMcDonalds hat den EU-Staaten über eine Mrd. Euro durch Steuersparmodelle entzogen. Das Geld wurde vor dem Zugriff durch den Fiskus durch eine geschickte Gewinnumleitung in eine kleine Luxemburger Zweigstelle außer Reichweite gebracht. Das dürfte den Finanzministern Europa schwer im Magen liegen. In den fünf Jahren bis 2013 sind dem europäischen Fiskus immerhin über eine Mrd. Euro an Einnahmen entgangen. Laut einer Studie hat die amerikanische Schnellrestaurantkette McDonalds die Gewinne in die Steueroase Luxemburg umgeleitet. Das Ergebnis einer Studie von einer Koalition aus verschiedenen europäischen Ländern und der britischen Organisation „War on Want“ wurde veröffentlicht. Darin hieß es: McDonalds betreibt eine aggressive und potentiell missbräuchliche Steuerpolitik. Europaweit gibt es etwa 7900 McDonalds-Restaurants. In der Region erwirtschaftet der Konzern rund 30 Mrd. Euro Umsatz.

Legale Steuerhinterziehung?

Großkonzerne nutzen Steuersparmodelle durch Lücken in der internationalen Besteuerung auf legalem Weg. So kam der frühere luxemburgische Premierminister und heutige Präsident der EU-Kommission Juncker in Erklärungsnot, als im vergangenen November, lancierte Steuerdokumente von hunderten Unternehmen in den Medien auftauchten. Die Luxemburger Steuertricks der Konzerne wurden in den sogenannten Lux Leaks enthüllt. Auch deutsche Großunternehmen waren darunter, wie die Deutsche Bank, Eon und Fresenius Medical Care. Neben Irland und den Niederlanden ist das Großherzogtum wegen seinen laxen Steuerbehörden, für die legale Steuervermeidung durch Unternehmen, das wichtigste Zentrum in der EU. Laut einem Sprecher der EU-Kommission werden die Vorwürfe gegen McDonalds sorgfältig geprüft.

Hat Amazon auch geschummelt?

Derzeit wird schon untersucht ob Amazon und Fiat in Luxemburg illegale staatliche Beihilfen durch Steuerrabatte erhielten. Wie andere Unternehmen auch, verweist McDonalds darauf, dass alle geltenden Steuergesetze eingehalten würden. Laut der Studie steht im Mittelpunkt desMcDonalds will keine Steuern bezahlen 1 Steuerkonstrukts von McDonalds eine Tochtergesellschaft in Luxemburg, die McD Europe Franchising Sárl, die nur 13 Mitarbeiter beschäftigt. Die luxemburger Tochtergesellschaft hat von 2009 bis 2013 für ausgewiesene Umsätze von 3,7 Mrd. Euro nur 16 Mio. Steuern bezahlt.

Steuerschlupflöcher werden geschlossen

Auch der Umzug der McDonalds Europazentrale von Großbritannien in die Schweiz war laut den Autoren steuerlich motiviert. Ähnlich wie bei anderen großen Unternehmen werden auch bei McDonalds konzerninterne Lizenzzahlungen genutzt, um Gewinne nach Luxemburg zu transferieren, denn dort werden darauf erhebliche Steuernachlässe gewährt. Nun haben die Regierungen Europas beschlossen, die Steuerschlupflöcher für Großunternehmen zu schließen.

OECD arbeitet an Reformvorschlägen

An Reformvorschlägen für das veraltetet System der internationalen Besteuerung von Unternehmen arbeitet auch der Industriestaatenverband OECD. Andererseits jedoch versuchen europäische Regierungen immer noch im internationalen Standortwettbewerb Vorteile mit Steuerrabatten zu gewinnen. Einige EU-Staaten gewähren Steuernachlässe auf Gewinne aus geistigem Eigentum mit sogenannten Patentboxen.

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