Henkel erwartet schwächeres Wachstum

Henkel erwartet schwächeres WachstumDa sich die internationalen Krisen verschärfen stellt sich der Konsumgüterhersteller Henkel auf ein schwächeres Wachstum ein. Wie der Vorstandschef Kasper Rorsted mitteilte geht das Unternehmen, wegen den anhaltenden politischen Unruhen in Nahost und des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, von negativen Einflüssen auf das Marktumfeld aus. Aus diesem Grund wird für das zweite Halbjahr mit einem schwächeren Wachstum des bereinigten Ergebnisses pro Vorzugsaktie gerechnet, als im ersten Halbjahr. Die Kennziffer legte in der ersten Hälfte um 8,4 Prozent auf 2,20 Euro zu.

Prognosen für Gesamtjahr bestätigt

Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden vom Konzern trotzdem bestätigt. Bereinigt um Währungseffekte und Einflüsse von Zukäufen soll der Umsatz zwischen 3 und 5 Prozent zulegen. Bei der operativen Marge wird eine leichte Steigerung auf 15,5 Prozent und beim bereinigten Gewinn pro Aktie im oberen einstelligen Prozentbereich erwartet. An der Börse sind die besorgten Aussagen nicht gut angekommen. Zum Handelsauftakt verlor die Aktie 2,67 Prozent. Damit war sie der schwächste Wert im Dax.

Russland – der viertgrößte Markt für Henkel

Bislang gehörte die Ukraine zu den zehn wichtigsten Wachstumsmärkten des Konsumgüterherstellers. Russland ist für Henkel bereits der viertgrößte Markt. Der Konzern betreibt in Moskau eine Zentrale und acht Produktionsstätten mit etwa 2500 Beschäftigten. Im zweiten Quartal hat Henkel die Folgten des Konflikts im Osteuropa-Geschäft kaum gespürt. In der Region legte der Umsatz sogar um 2,8 Prozent zu. Dazu haben alle drei Konzernbereiche beigetragen. Das um einmalige Effekte bereinigte betriebliche Ergebnis war mit einem Plus von 2,1 Prozent besser als Analysten erwarteten. Henkel verdiente unterm Strich 441 Mio. Euro. Das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Schwellenländer – die Wachstumstreiber

Die Schwellenländer, vor allem China, haben sich erneut als Wachstumstreiber erwiesen. Hier konnte Henkel im zweistelligen Prozentbereich zulegen. In Nordamerika hingegen hat der Konzern mit Rückgängen zu kämpfen. Grund dafür waren der harte Wettbewerb und zahlreiche Werbeaktionen. Dank der guten Geschäfte in den Benelux-Ländern und in Frankreich konnte Henkel in Westeuropa leichte Zuwächse verbuchen. Nach den starken Zuwächsen in den vergangenen Jahren wird Henkel an einer gewissen Durststrecke nicht zugrunde gehen. Das Unternehmen ist praktisch frei von Schulden und weiterhin auf der Suche nach Zukäufen. Henkel hat im zweiten Quartal bereits zweimal zugeschlagen und die französische Waschmittelfirma Spotless sowie drei US-Hersteller von Haarpflegeprodukten zugekauft. Dafür wurden rund 1,2 Mrd. Euro ausgegeben.

Bildquelle: © twinlili / pixelio.de

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