Geldpolitik – wohin führt die Reise?

Geldpolitik – wohin führt die Reise 1Aktienkurse steigen, Immobilen werden immer teurer und dennoch droht kein Crash. Seit Jahresbeginn ist der Börsenwert der 30 Dax-Gesellschaft um rund 240 Mrd. Euro gestiegen. Wenn die Aktien gleichmäßig über die Bevölkerung Deutschlands verteilt wären, hätte jeder einzelne Bürger 3000 Euro mehr im Depot. Von den Deutschen hat aber nur jeder vierte ein Depot und davon halten 80 Prozent keine Aktien, auch nicht in Fonds. Von der Hausse profitieren diese Anleger nicht. Die Deutschen profitieren auch nicht von dem Geld, das von der EZB aktuell zusätzlich in Umlauf gebracht wird. Wenn die EZB die 60 Mrd. Euro die fortan monatlich neu dazukommen direkt an die Bewohner im Euroraum ausbezahlen, würden 337 Millionen Menschen monatlich 178 Euro erhalten. Für jeden Einwohner wären das aus dem bis zum Ende des bis September nächsten Jahres geplanten Programms etwa 3400 Euro.

EZB kauft Staatsanleihen und andere Wertpapiere

Die EZB hat mit dem Geld aber andere Pläne. Es werden Staatsanleihen und andere Wertpapiere gekauft. Diese werden von anderen Zentralbanken und großen institutionellen Anlegern, vor allem aber von Banken gekauft. Das Geld das ihnen so zufließt soll dann für die Vergabe von Krediten verwendet werden, um den für unser Wirtschaftssystem wichtigen Kreditkreislauf wieder mehr Schwung zu verleihen. Davon hätten alle etwas, aber ob es klappt und ob sich diese Politik wie gewünscht auswirkt bleibt abzuwarten. Auf der einen Seite könnte dieses Experiment für den wirtschaftlichen Aufschwung im Euroraum sorgen und neue Arbeitsplätze schaffen. Auf der anderen Seite könnten Spekulationsblasen auf den Aktien- und Immobilienmärkten die Folge sein, von denen die Reichen profitieren und das Zinsniveau für den kleinen Sparer ruiniert würde.

Ein Experiment mit offenem Ausgang

Ob das Experiment richtig oder falsch ist, zeigt sich in der Zukunft. Hilfreich ist im Moment nur ein sehr nüchterner Blick auf die Fakten. Der Geldpolitik – wohin führt die ReiseZins wurde von der Geldpolitik ausradiert. Für alle die neue Schulden aufnehmen wollen ist das hilfreich, egal ob Häußlebauer, Unternehmen oder hochverschuldete Staaten. Alle die ihr Geld verzinslich angelegt haben und weiter daran festhalten sind im Nachteil. Es sind vor allem die Sparer die immer noch fleißig ihr Sparbuch befüllen, die unter dem niedrigen Zinsniveaus leiden. Länder mit hohem Anteil von Immobilienbesitz hingegen profitieren bei der Finanzierung von den niedrigen Zinsen.

Vorteile für den deutschen Staat

Bereits zu Beginn der Krise hat der deutsche Staat erheblich von seinem Ruf profitiert, einer der besten Schuldner weltweit zu sein. Andere Länder hingegen mussten für geliehenes Geld kräftige Zinsaufschläge hinnehmen. In Italien, Portugal, Spanien und anderen Euroländern, ausgenommen davon ist Griechenland, sind die Zinsen auch auf ein Rekordtief gefallen. Wie auch in anderen Teilen des Anleihemarktes werden die Risiken damit nicht mehr adäquat bepreist. Das birgt zwar Risiken, hilf aber den Schuldnern erst einmal.

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