Freistellungsauftrag – wie werden die Ansprüche vom Finanzamt kontrolliert?

Freistellungsauftrag – wie werden die Ansprüche vom Finanzamt kontrolliertWer ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto eröffnet sollte der Bank gleichzeitig einen Freistellungsauftrag erteilen. Damit wird verhindert, dass die Zinsen versteuert werden. Jede Person kann über einen Sparerpauschbetrag von 801Euro (Ehepaare 1602 Euro) verfügen. Das heißt: Kapitalerträge, wie Zinsen und Dividenden werden pro Jahr bis zu dieser Summe steuerfrei vereinnahmt. Für den Sparerfreibetrag auf Zinserträge und Dividenden wurde der Betrag von 750 Euro festgelegt. Hinzu kommen noch 51 Euro Werbungskostenpauschale. Anlegern die Erträge aus dem Wertpapierhandel erzielen steht zusätzlich der Freibetrag für Kursgewinne aus Aktien und anderen Wertpapieren in Höhe von max. 512 Euro (Ehepaare 1024 Euro) zur Verfügung. Der Freistellungsauftrag kann nach Belieben auf mehrere Geldinstitute aufgeteilt werden. Es kann natürlich vorkommen, dass der Sparerfreibetrag nicht ausreicht und dann müssen die Erträge versteuert werden.

Aufteilung des Sparerpauschbetrags?

Der tatsächlich in Anspruch genommene Freibetrag wird dem zuständigen Bundeszentralamt für Steuern vom Finanzinstitut mitgeteilt. Wenn alle Freistellungsaufträge zusammen den zur Verfügung stehenden Sparerpauschalbetrag überschreiten wird der Fall vom Bundeszentralamt für Steuern an das zuständige Finanzamt abgegeben. Daraufhin wird der Steuerpflichtige zur Abgabe der Anlage KAP im Rahmen der Einkommenssteuererklärung aufgefordert. Sehr oft wird der Sparerpauschbetrag bei den Zinserträgen von Tagesgeld und Festgeld überschritten. Mitunter ist der Grund dafür, dass die Zinserträge höher sind als der Sparerpauschbetrag oder das die Freistellungsaufträge falsch erteilt wurden. Das ist meistens der Fall wenn mehrere Freistellungsaufträge erteilt wurden.

Was passiert wenn die zulässige Grenze überschritten wird?

Wenn Zinserträge aus mehreren Quellen kommen und jede davon den Sparerpauschbetrag übersteigt ist eine Aufteilung nicht erforderlich. Zu beachten ist auch, dass alle erteilten Freistellungsaufträge in der Addition die zulässige Grenze nicht überschreiten. In so einem Fall kann es schnell zu Nachfragen vom Bundesamt für Finanzen kommen, das den Anleger zur Einsendung aller Kontounterlagen auffordern kann.

Wer bekommt eine Nichtveranlagungsbescheinigung?

Ein Freistellungsauftrag erübrigt sich, wenn eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragt wird. Voraussetzung für die Erteilung der NV-Bescheinigung ist in erster Linie ein relativ geringes Gesamteinkommen. Wenn der größte Teil der Einkünfte aus Kapitalerträgen besteht und deren Höhe unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegt und alle Voraussetzungen erfüllt wurden wird die NV-Bescheinigung erteilt. Da die Kreditinstitute immer Originale verlangen werden die Betroffenen vom Finanzamt schon bei der Antragsstellung nach der gewünschten Stückzahl gefragt. Die Nichtveranlagungsbescheinigung erhalten meistens nur Kinder und Rentner die eine niedrige Altersrente beziehen.

Bildquelle: ©GG-Berlin / pixelio.de

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