Französische Kioske bieten ab 2014 Girokonto und EC-Karte an

Im Kiosk Geld abheben und einbezahlenIn Frankreich werden immer mehr Bankfilialen geschlossen. Davon wollen die Kioske profitieren und ab dem nächsten Jahr neben Zeitschriften und Tabakwaren zusätzlich Girokonto und EC-Karte anbieten. Die 27 000 „Tabacs“, die in den Straßen Frankreichs allgegenwärtig sind wollen einfach, günstige Bankkonten anbieten. Für 20 Euro pro Jahr erhalten die Kunden ein Girokonto und eine EC-Karte. Es wird von den Kiosken unter dem Namen „Nickel“ angeboten und ist wesentlich günstiger als bei den angestammten Instituten wie Credit Agricole und BNP Paribas, die dafür etwa 28 bis 30 Euro verlangen. Die Ein- und Auszahlungen sind an allen Kiosken mit der markanten roten Raute möglich, sie kosten allerdings extra. Hinter dem „Nickel“ steht die Tabakhändler-Organisation CBF. Die Organisation geht davon aus, dass Durchschnittskunden jährlich weniger als 50 Euro für ihr Konto bezahlen müssen.

Nickel vergibt keine Kredite

Es wurden bereits erste Markttests durchgeführt. Die positiv ausgefallen sind. Der ehemalige Kommunikationschef von Societe Generale und Mitgründer vom Nickel, Hugues Le Bret sieht die Zielgruppe vor allem bei Menschen am Rande der Gesellschaft, für die es nicht möglich ist bei einer normalen Bank ein Konto zu eröffnen. Kredite werden von Nickel nicht vergeben. Die Bank verkauft diesen Entschluss als Kampf gegen die private Überschuldung. Die neue Bank kann Verbrauchern helfen Geld zu sparen. Das erklärte die „UFC-Le Choiir“, eine Organisation die bereits seit längerem gegen die steigenden Bankgebühren kämpft.

Immer mehr Bankfilialen werden geschlossen

Für Filialen von französischen Banken ist Nickel nicht die erste Herausforderung. Sie galten lange Zeit als einträglich, da sie Gebühren kassierten und ihren Kunden langweilige Produkte, wie Lebensversicherungen verkauften. Seit einiger Zeit jedoch lahmt die Konjunktur, denn auch in Frankreich wächst das Online-Geschäft. Viele große Banken schließen Filialen und eröffnen einträglichere Online-Banken. So hat BNP Paribas im Sommer eine große Online-Initiative unter dem Namen „Hello Bank“ gestartet und gleichzeitig wurden Filialen geschlossen.

Bildquelle:© Birgit Winter / pixelio.de

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