Druck auf Deutschlands Versicherer steigt

Druck auf Deutschlands Versicherer steigtMit den extrem niedrig bleibenden Zinsen wächst der Druck auf die deutschen Versicherer. Es wird immer schwerer eine Rendite für die Kunden zu erzielen. Erste Versicherungsgesellschaften haben offenbar schon damit begonnen ihr Anlageverhalten umzustellen. Wenn man aber die nackten Zahlen betrachtet ist bei den Versicherern nur wenig Aktionismus zu erkennen. Das garantierte Vermögen ihrer Kunden legen sie bereits seit Jahren zu gleichen Teilen in den gleichen Anlageklassen an. Das waren in 2013: 88 Prozent in Rentenpapiere inklusive Darlehen und Hypotheken, 3,4 Prozent in Aktien, 3,4 Prozent in Beteiligungen an Unternehmen, 1,6 Prozent in Immobilien und 1,6 Prozent in sonstige Anlagen.

Versicherer schöpfen Aktienquoten nicht aus

Kritiker bemängeln schon seit Jahren, dass die Unternehmen nach der Dotcom-Blase zu vorsichtig geworden sind. Den Versicherern wird vorgeworfen, sie würden ihre Aktienquoten nicht ausschöpfen und Rendite verschenken. Gerade in Zeiten der niedrigen Kapitalmarktzinsen wiegt diese Kritik sehr schwer. Bei den Schadenversicherern sieht es laut JP Morgan noch prekärer aus, denn sie müssten eine Kapitalrendite von 12 Prozent erzielen, um Schäden im Ausmaß wie bisher zu regulieren.

Anlageschwerpunkte verschieben

Die Versicherer sind praktisch gezwungen ihr Anlageverhalten umzustellen, rentablere Investments zu bevorzugen und ihre Anlageschwerpunkte zu verschieben. Branchenkenner und teilweise auch die Versicherer selbst berichten über Veränderungen im Anlageverhalten. Versicherer die ihr Anlageverhalten bereits geändert haben, suchen jetzt nach profitablen Investments in allen Anlageklassen und Regionen. Die Finanzaufsicht Bafin hat den Versicherungsunternehmen bereits im Sommer erlaubt mehr als fünf Prozent vom garantierten Kundenvermögen in riskantere Hochzinsanleihen zu investieren.

Bildquelle: © Rosel Eckstein / pixelio.de

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