Die Finanzkrise im Euroraum ist überwunden

Die Finanzkrise im Euroraum ist überwundenDer Euroraum hat die Finanzkrise nach über fünf Jahren überwunden. Die Konjunktur nimmt langsam wieder Fahrt auf und die Anleger sind bei weitem nicht mehr so verstört wie einst. Dass der Arbeitsmarkt der Konjunktur neun Monate hinterher hinkt ist normal, denn die Unternehmen stellen erst neue Arbeitskräfte ein wenn sie bereits wieder mehr verkaufen. Wer genauer hinschaut erkennt die Wende am Arbeitsmarkt. Ende 2013 hat die Beschäftigung sogar in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal wieder zugenommen. Das zeigt genau, dass die große Krise im Euroraum überstanden ist. Für die Eurozone sehen die Wirtschaftsdaten ermutigend aus. Der krasse Gegensatz zwischen dem schwachen Rand und dem starken Kern von einst hat sich größtenteils aufgelöst. Genau wie Deutschland stehen auch einige Länder in Kerneuropa recht gut da. Andere hingegen hinken wegen hausgemachten Problemen hinterher, wie die Niederlande und Frankreich. Beeindruckende Erfolge hingegen haben Irland, Spanien und Portugal bereits im vergangenen Herbst vermeldet. Griechenland und Italien haben die Wende erst in den letzten Monaten geschafft.

Die Binnennachfrage in Deutschland ist gestiegen

In weiten Teilen des Euroraumes wurde das Wirtschaftsgeschehen vom Kontrast zwischen der anziehenden Ausfuhr und der rückläufigen Binnennachfrage noch bis weit ins Jahr 2013 geprägt. Heute ist das in den Daten nicht mehr zu erkennen. Getragen von einem lebhaften privaten Verbrauch und mehr Investitionen ist die Binnennachfrage in Deutschland kräftig angesprungen. Die Binnennachfrage kommt sogar an der arg gebeutelten Peripherie aus dem Tal der Tränen. Die Sparziele der meisten Staaten wurden weitgehend erreicht, so dass sie ihre Bürger nicht weiter durch drastische Steuererhöhungen belasten müssen. Außer Frankreich haben diese Staaten ihre Ausgaben auch wieder im Griff.

Moderates und breit gefächertes Wachstum in der Eurozone

Das Wachstum in der Eurozone ist moderat und breit gefächert. Allerdings werden uns einige Folgekosten der Eurokrise noch über einen längeren Zeitraum beschäftigen. Im Euroraum ist die staatliche Schuldenquote der Wirtschaftsleistung von 66 Prozent in 2007 auf 93 Prozent Ende 2013 nach oben geschnellt. Wenn man das mit den Schuldenorgien in den USA mit dem Anstieg von 64 auf 104 Prozent oder in Großbritannien mit dem Anstieg von 44 auf 91 Prozent vergleicht steht der Euroraum gar nicht so schlecht da.

Spar- und Reformkurs der Randländer in der Eurozone

Krisen sind schmerzhaft, aber auch Zeiten des Wandels. Die Randländer der Eurozone haben unter dem Druck der Finanzkrise einen unvorstellbaren Spar- und Reformkurs absolviert, der über die Erfolgsagenda 2010 Deutschlands weit hinausgeht. Das hatten diese Länder auch bitter nötig. Die Chancen für das nachhaltige Wachstum, das auf weniger Staatsausgaben oder einen übertriebenen Immobilienboom, sondern auf mehr Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft beruht, stehen für die Zukunft sehr gut. Wenn der Aufschwung im Euroraum nicht durch einen Schock von außen gestört wird, wie zum Beispiel ein Angriff Russlands auf die Ukraine, werden weite Teile vom Euroraum in absehbarer Zeit die Erfolge der Reformen genießen können.

Bildquelle: @ Wolfgang Pfensig / pixelio.de

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