Deutsche legen ihr Kapital falsch an

Deutsche legen ihr Geld falsch anAuf den Bankkonten der Deutschen liegen trotz der niedrigen Zinsen hohe Beträge. Im internationalen Vergleich sind die Deutschen im internationalen Vergleich trotz der leistungsfähigen Wirtschaft jedoch nicht besonders reich, wie eine Studie belegt. Die Ursache ist in einer ungeschickten Kapitalanlage zu finden. Für das Jahr 2012 wurde in der Studie das Geldvermögen von 41.950 Euro pro Kopf ermittelt. Das Geldvermögen steigt, aber nicht besonders als Folge von attraktiven Renditen, sondern eher weil die Deutschen fleißig sparen. Ein großer Teil vom Geldvermögen der Deutschen liegt auf Bankkonten und bei Versicherungen die das Geld der Kunden vor allem in festverzinsliche Wertpapiere anlegen. In den vergangenen 20 Jahren boten festverzinsliche Wertpapiere eine gute Rendite. Auf dem aktuell niedrigen Zinsniveau hingegen sind sie kaum noch attraktiv. Mit der Mehrzahl der Bankeinlagen und festverzinslichen Wertpapiere erleiden Anleger einen realen Verlust und das obwohl die Inflationsrate sehr niedrig ist. Der Grund dafür ist, dass die Verzinsung geringer ist als die Inflationsrate.

Dummes deutsches Geld

Viele Privatanleger schätzen die schnelle Verfügbarkeit des Guthabens bei Banken und nehmen dafür die realen Vermögensverluste bewusst in Kauf. Zudem fürchten sie bei Aktien Kursverluste. In den vergangenen 20 Jahren zeigten Japaner ein ähnliches Anlageverhalten, wie das Bankhaus Metzler aus Frankfurt beobachtete. Die Deutschen haben Angst vor einer Inflation, die Japaner hingegen hatten Angst vor einer Deflation. In einer Deflation sind Bankguthaben und Anleihen die sinnvolleren Anlagen, in einer Inflation sind Sachwerte von Vorteil. Privatanleger und Großanleger haben wegen den niedrigen Renditen in Deutschland ihr Kapital im Ausland angelegt. Die Strategie die Risiken geografisch zu streuen ist grundsätzlich gut, aber damit haben sich zahlreiche deutsche Anleger bei den Teilnehmern der internationalen Finanzmärkte zum Gespött gemacht. Die Bezeichnung „dumb German money“ (dummes deutsches Geld) kursiert dort für diese Anleger schon seit Jahren. Für die 2006 bis 2012 wurden vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung 600 Mrd. Euro Vermögensverluste im Ausland errechnet. Unter anderem ging das Geld verloren durch griechische Staatsanleihen, amerikanische Hypothekenwertpapiere, wertlosen Minenaktien und Immobilien in Krisenländern wie Spanien.

Kein Vertrauen zum Anlageberater

Die Auswertung einer Befragung von etwa 500 vermögenden deutschen Privatanlegern ergab, dass fast die Hälfte auf die Unterstützung eines Anlageberaters verzichtet. Das ist ein ganz klares Zeichen dafür, dass deutsche Anleger den Anlageberatern nicht vertrauen. Ebenfalls die Hälfte der Befragten hat angegeben keine Anlagestrategie zu besitzen und 74 Prozent haben ihr Finanzwissen als schwach bezeichnet. Die Welt der Kapitalmärkte sollten Anleger erst dann betreten, wenn ein paar Grundregeln verinnerlicht. Unkenntnis oder die Gier nach hohen Renditen führen schnell zu Verlusten.

Bildquelle: ©GG-Berlin / pixelio.de

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