Bafin – schlechte Noten für deutsche Banken

Bafin gügt deutsche BankenZahlreiche deutsche Großbanken bekamen von der Finanzaufsicht Bafin für den Umgang mit den Boni schlechte Noten. Die Beschränkungen für die Top-Manager werden von vielen Instituten scheinbar nicht ernst genommen teilte der oberste Bankenaufseher der Bafin, Raimund Röseler mit. Die Bafin hat 2013 15 Banken unter die Lupe genommen. Lediglich bei vier Instituten wurde die seit Beginn 2013 EU-weit vorgeschriebene maximale Höhe der Boni eingehalten. Sieben Banken brauchen die Zustimmung der Eigentümer, weil die versprochenen Boni in der Spitze doppelt so hoch sind wie die Fixgehälter. Die übrigen Banken bezahlen noch höhere Boni.

Boni-Beschränkungen werden umgangen

Die Bankenaufsicht ist mit keiner Bank vollkommen zufrieden, weil keine gut aber viele schlecht waren. Die Bewertungen liegen in Schulnoten ausgedrückt laut Röseler zwischen Befriedigend und Ungenügend. Die Boni passen oft nicht zu den Zielen die für die ganze Bank vorgegeben sind. Ohne den Druck der Aufseher reagieren die Institute anscheinend nicht. Manager für die diese Obergrenzen gelten werden oft nicht als Risikoträger definiert, um die Boni-Beschränkungen zu umgehen. Im Jahr 2012 haben in Deutschland 87 Bankmitarbeiter Millionengehälter erhalten. Lediglich 40 davon wurden von den Banken als Risikoträger gemeldet. Für Röseler ist es nicht nachvollziehbar, wie ein Bankmitarbeiter ohne nennenswerten Einfluss auf die Risikosituation einer Bank eine Million verdient.

Beschränkungen für alle deutschen Banker

In dieser Rechnung sind die Angestellten von deutschen Geldhäusern im Ausland nicht berücksichtigt. In Deutschland hat die EBA bei deutschen und ausländischen Banken insgesamt 211 Einkommens-Millionäre festgestellt. Für alle Banker in Deutschland sollen die Beschränkungen in Zukunft unabhängig von der Position gelten. Die Aufseher wollen mit diesen verschärften Regeln verhindern, dass ohne über die langfristigen Folgen nachzudenken weiterhin zu hohe Risiken eingegangen werden. Nach Meinung von Röseler wurden durch falsche Vergütungsstrukturen falsche Anreize gesetzt, die wesentlich zur Finanzkrise beigetragen haben. Die Banken sollen durch die neuen Vorschriften sicherer werden. Der Bankenaufseher geht davon aus, dass in einigen Feldern das Gehaltsniveau sinkt. Mehrere Investmentbanken in London versuchen die Regeln mit Mietzuschüssen oder anderen Sonderzulagen zu umgehen, was Röseler für unzulässig hält.

Zu hohe Boni für Spitzenmanager

Röseler hat sich nicht zu einzelnen Banken geäußert. Aus anderer Quelle wurde allerdings bekannt, dass unter anderem die Deutsche Bank wegen ihrem Vergütungssystem gerügt wurde. Die Spitzenmanager erhalten zu hohe Boni, die Investmentbanker zu risikoreichen Geschäften animieren könnten. Die Bafin betonte, dass nicht nur Großbanken bei den Boni übertreiben. Auch bei Banken von denen das nicht erwartet wurde hat die Bafin gravierende Mängel festgestellt.

Bildquelle: © Q.pictures / pixelio.de

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